Eltern von heute: Der Stress kommt vor allem von innen

Posted by on Jan 10, 2015 in Gesellschaft | No Comments

elternforsastudie

Eine repräsentative forsa-Studie im Auftrag der Zeitschrift ‚Eltern’ zeigt auf, dass alltäglicher Stress und Druck für Eltern in Deutschland nicht nachgelassen haben, dafür aber nicht nur die (neue) Erziehung, die gesellschaftlichen Veränderungen oder gar Geldmangel verantwortlich sind, sondern insbesondere auch die viel zu hohen Ansprüche an sich selbst.
Im Oktober 2014 wurden 1.006 Mütter und Väter (von Kindern bis 12 Jahre) gebeten, sich zu ihrer Erziehungsarbeit zu äußern. Kurze Zeit davor wurden 727 Kinder von 6 bis 12 Jahren (in Privathaushalten untergebracht) nach ihrer Einschätzung gefragt: Wie geht es ihnen? Und wie finden sie ihre Eltern und ihr Leben?

Kleine Kinder, kleine Sorgen?

50 Prozent der befragten Eltern geben an, dass jede Phase des Elternseins ihre Herausforderungen hatte. Was das erste Lebensjahr eines Kindes oder die Schulzeit anbelangt, so herrscht mit 14 Prozent Gleichstand. Gerademal 3 Prozent sind der Ansicht, dass die Kindergartenzeit (zwischen 3. und 6. Geburtstag) besonders schwer war.

Mangelware: Vor allem Zeit!

Eile, Hetze und der Zeitdruck im Alltag stehen bei den Eltern mit 62% an erster Stelle – bei den befragten Müttern sind es sogar 67%. Gefolgt von den ‚finanziellen Sorgen’ (37 Prozent) und der Unzufriedenheit mit der Krippe, Kita oder Schule (30 Prozent).

Anforderungen an die Eltern: Kinder haben ein feines Gespür

Im Gegenzug gaben 45 Prozent der befragten Kinder an, dass ihre Eltern wohl weniger Sorgen hätten, wenn sie über mehr Geld verfügen würden. 38 Prozent sind der Ansicht, dass ihre Eltern ein besseres Gewissen hätten, wenn sie über mehr Zeit für die ganze Familie verfügen könnten.

„Meine Eltern schaffen das gut: Sie arbeiten und haben trotzdem Zeit für ihre Familie“, so sehen es 66 Prozent der Kinder. 35 Prozent geben an: „Weil meine Eltern viel arbeiten, bin ich oft allein.“

Woher kommt der Druck auf die Eltern?

Der Beruf der Eltern scheint hingegen kein großer Stressfaktor zu sein. Es sind die eigenen Ansprüche, wodurch sich die Eltern am meisten unter Druck fühlen (41% insgesamt, 50% der Mütter, 32% der Väter). Dicht gefolgt von den ‚Gesellschaftlichen Normen’ (40%), und auf Rang 3 die ‚Wirtschaft’ respektive der ‚Arbeitgeber’ mit 22%.

War es früher wirklich leichter?

Die Befragten wurden zudem gebeten, ihre heutigen Erwartungen und Anforderungen als Eltern mit denen vor 30 Jahren zu vergleichen – hat sich das tatsächlich verändert?
66 Prozent scheint ein klares Votum zu sein: „Die Erwartungen/Anforderungen sind heute höher.“

Was die Verteilung der Elternarbeit anbelangt, so glauben zwar zwei Drittel der Väter, dass beide Elternteile gleichermaßen erziehen. Doch bei den Frauen will das nur ein Drittel bestätigen. Das Ungleichgewicht bei der Verteilung der Elternarbeit bleibt also weiterhin bestehen.

Und wie sieht es mit der aktuellen Familienpolitik in Deutschland aus? Trägt diese dazu bei, Mama und Papa den Elternalltag zu erleichtern? 14 Prozent der Eltern meinen ‚Ja’, hingegen 57 Prozent ein ‚Nein’ bei dieser Frage vertreten.

 

(Die gesamte Studie wurde online publiziert und ist kostenlos über diesen PDF-Link verfügbar)

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